Es ist ein eiskalter Winter in der großen, großen Stadt. Alles war tief verschneit. Der Wind pfiff durch die Straßen und Gassen. Die Autos blieben auf den Straßen stecken, weil es pausenlos schneite. Die Menschen kamen gar nicht nach den Schnee von Wegen und Straßen weg zu räumen. Am Straßenrand, an den Hauseingängen, vor den Geschäften, der Schule, den Kindergarten...und ..und..und, türmte er sich zu großen Häufen. Mit Autos wurde der viele Schnee aus der Stadt transportiert, so viele, viele weiße Flocken sind vom Himmel gefallen. Nur den Kindern machte er viel Spaß. Sie konnten riesengroße Schneemänner bauen, rodeln, Schneebälle werfen, Ski fahren und viele andere lustige Sachen machen.
Aber, aber für die kleinen Mäuse war das eine Katastrophe.
Sie konnten nicht durch den Schnee laufen, da wären die Mäuse einfach versunken. Sie waren gezwungen in der Kanalisation zu bleiben. Doch auch hier war es eiskalt, der Wind pfiff durch die Gänge und lange Eiszapfen hingen von den Wänden herunter, auch viel der Schnee durch die Gulideckel und es lagen Schneehäufen darunter.
In der Mäusewohnung wurde es immer kälter. Mäuse-Schmidt Mama und Mäuse-Schmidt Papa wußten sich keinen Rat mehr. So einen Winter hatten die Mäuse noch nicht erlebt. Mäuse Mama sagte, „wenn das so weiter geht, werden wir hier erfrieren. Unser Winterpelz hält dieser unglaubliche Kälte nicht stand. Wir müssen hier weg.“ „Vielleicht können wir dort bei der warmen Gaststätte, irgendwo einen
Platz für uns finden.“ „Hm, hm, hm brummte Mäuse-Schmidt Papa vor sich hin. „Du hast wohl Recht, wir werden hier erfrieren. Einen anderen Platz weiß ich auch nicht. Wir packen nur das Nötigste ein, was wir für den Winter brauchen und dann gehen wir auch gleich los.“ Alle halfen mit beim einpacken. Sie waren schnell fertig. Jede Maus bekam eine Tasche zum tragen. Große Mäuse, große Tasche und kleine Mäuse, kleine Tasche. Mäuse Schmidt Papa und Mäuse-Schmidt Mama gingen noch einmal schnell durch die Wohnung ob sie noch etwas vergessen haben.
Sie wollten gerade gehen, da kam die Ratten Mama angelaufen. „Ich wollte nach euch sehen, ob es euch gut geht bei diesen harten Winter. Ihr wollt wohl weg?“. „Ja“, sagte die Mäuse Mama. „Wir müssen gehen sonst erfrieren wir hier.“
„Wisst ihr was. Wir die Ratten Familie passen auf eure Wohnung auf, wenn ihr nicht da seit.“
„Das ist sehr nett von euch“, sagte der Mäuse-Vater, “Da können wir ja unbesorgt gehen, nochmals vielen Dank“. Die Ratten Mama lächelte und sagte, „ das machen wir doch gerne, wir sind doch gute Freunde.“
Die Mäuse Schmidts machten sich auf den Weg. Herbert der Träge, der so enorm kräftig ist, hatte die schwerste Tasche. Deshalb kam er auch nur mühsam voran. Auch die kleinen Mäusekinder Felix, Paul, Otto, Hans, Anne, die zwar schon ganz schön gewachsen sind, konnten mit ihren kleinen Mäusefüßchen nur kleine Schritte machen. Wieder pfiff der eiskalte Wind durch die Kanalisation und allen Mäusen war sehr kalt. Langsam, langsam kamen die Mäuse ihren Ziel immer näher. Der Weg war schwierig, immer lagen irgendwelche Hinternisse im Weg, wie Schnee, der durch die Gulideckel gefallen war oder Abfall der einfach in die Kanalisation geworfen wurde.
Endlich am kleinen Nebengang angekommen, mußte die Mäuse Mama feststellen wie wunderbar es nach leckeren Köstlichkeiten duftete. Die Mäuse schlüpften wieder durch den alten Lüftungsschacht, liefen den Schacht entlang, da rief Mäuse Papa ganz laut „Halt!“ Alle erschracken etwas. „Wir müssen erst überlegen wie wir weiter gehen und wohin.“
„Ich habe eine Idee“, sagte Maria die Ruhige. „Und welche.“ Riefen alle. „Zwei oder drei Mäuse suchen ein geeignete Mäusewohnung und die anderen warten hier mit den vielen Taschen.“ „Das ist eine gute Idee“, stellte der Mäuse Papa fest. Er überlegte kurz wen er mitnimmt und ging mit Karin und Tom los.
Die drei suchten ganz gründlich im Schacht nach Mäuselöchern oder Ritzen wo Mäuse gut durchpassen. Sie mußten nicht sehr lange suchen, da waren auch schon zwei geeignete Mäuselöcher gefunden. „Durch das erste Loch können wir nicht gehen“, rief der Mäuse Papa, “da kommen wir wieder in die Küche.
Gehen wir durch das zweite Loch. Sie schlüpften gemeinsam durch das zweite Mäuseloch und waren in einen Raum mit vielen schmalen Schränken. „Was ist das für ein Zimmer“, fragte Tom die anderen Mäuse. Karin wußte bescheid. „Das ist ein Umkleideraum und die schmalen Schränke sind Spinte, da sind die Anziehsachen von den Menschen die hier arbeiten drin.“ Die Mäuse sahen sich in dem Raum um und auf einmal hörten
sie ein lautes fauchen und ein furchtbar großes schwarzes Tier schaute die Mäuse mit großen grünen Augen an, fauchte wieder, zeigte seine weißen spitzen Zähne und kam mit einen großen Satz angesprungen. Die Mäuse konnten sich gerade noch zurück in das Mäuseloch retten, bevor dieses schwarze Tier zupacken konnte. Die Mäuse zitterten am ganzen Körper vor Angst und Schrecken. Tom konnte nur mit stotternder Stimme sagen, „was...was...was...war das für...für...ein...ein..Ungeheuer blos“.
Mit genau der selben stotternden Stimme antwortete Karin, „ das..das..das...war eine...eine..Kat...z..z..e, eine....eine...Katze, eine schwarze Katze“.
„Hier können wir nicht mehr hinein, das ist ja lebensgefährlich. Wir müssen weiter suchen“, sagte der Mäuse Vater.
Und sie suchten weiter. Sie fanden hinten im Schacht noch ein Loch in der Wand. Vorsichtig ging erst einmal der Mäuse Papa durch das Loch. Nach einer ganzen Weile kam er wieder aus dem kleinen Mäuseloch. Die Kinder hatten noch sehr große Angst und der Schreck saß ihnen noch in den Gliedern. „Was hast du gesehen“, fragten sie ganz aufgeregt. „War da wieder eine Katze?“ „Nein, nein, da war keine Katze, ihr braucht keine Angst mehr
zu haben. Es ist ein großer Raum mit viel Wäsche und großen Schränken. Wir müssen uns das jetzt nochmal gemeinsam anschauen und einen Platz suchen, vor allem einen Platz wo wir vor der Katze sicher sind.“
Die Mäuse gingen also gemeinsam durch das Loch in den Wäscheraum. Schauten sich erst einmal vorsichtig um ob doch noch Gefahr drohte, dann suchten sie lange und gründlich nach einen geeigneten Platz. Es wollte sich aber einfach keiner finden und die Mäuse wollten gerade wieder zurück gehen als Karin laut rief.
„ Seht mal da, ich habe was gefunden, ein Glück, das die Menschen manchmal nicht so ordentlich sind. Seht ihr nicht den alten kaputten Schrank, da können wir hineinschlüpfen und bei den vielen Gerümpel bis ganz noch oben klettern und von dort aus bis in das obere Fach vom Wäscheregal, ganz, ganz hoch oben, da kommt keine Katze hin. Wahrscheinlich auch kein Mensch bei den vielen Staub der da oben liegt.“
„Wir klettern erst einmal hoch und schauen uns alles an“, sagte der Vater und gemeinsam kletterten sie bis ganz hoch. „Seht mal“, rief Tom, „da ist noch ein Fenster und ein Loch in der Scheibe, wenn es gefährlich wird können wir noch durch das Fenster flüchten“.
„Ach was“, sagt der Mäuse Vater.„Hier kommt wirklich keiner hin, schau dir nur den Schmutz überall an. Aber wir müssen etwas vor die Scheibe schieben damit der kalte Wind hier nicht herein bläst.“ Die Mäuse waren nach genauer Besichtigung sehr zufrieden mit dem Platz. Er war warm und sicher vor der Katze und den Menschen. Mäuse-Schmidt Papa meinte noch, „hier können wir in Ruhe den Winter abwarten, aber jetzt müssen wir die Anderen holen, sonst machen sie sich noch Sorgen wo wir so Lange bleiben“.
Mäuse Mama und die Kinder machten sich tatsächlich schon Sorgen. Hoffentlich ist ihnen nichts passiert, dachte sie und wurde etwas ängstlich. Aber da kamen sie schon den Schacht entlang gelaufen.
Mäuse-Schmidt Papa, Tom und Karin riefen schon von weiten, „wir haben einen guten Platz gefunden“ und alle wollten auf einmal erzählen. Sie freuten sich alle auf ihre neue Mäusewohnung. Bloß das mit der Katze erzählten sie nicht um die anderen Mäuse nicht zu beunruhigen.
Ich denke wir müssen jetzt unsere Taschen nehmen und losgehen, es ist noch viel zu tun“, mahnte der Mäuse Vater.
Es war eine anstrengende Angelegenheit mit den Taschen den Schrank hoch bis in das obere Wäscheregal. Wenn eine Maus oben war, half sie der Anderen und zog die Tasche mit hoch. So klappte alles prima und alle sind gut oben angekommen.