Nachdem alle Mäuse vom dem großen Wäscheregal geklettert waren ging es wieder durch das Mäuseloch und den langen Lüftungsschacht entlang zum kleinen Nebengang, so wie sie vor dem Winter gekommen sind. Wieder hatten sie einen langen Weg durch die Kanalisation vor sich, aber diesmal ging es trotz der schweren Taschen leichter voran. Es war warm geworden, kein eiskalter Wind pfiff mehr durch die Gänge und trotzdem waren die Mäuse Eltern besorgt. „Was schaust Du so besorgt aus“, fragte Karin die Kluge ihren Vater. „Seht nur das viele Wasser im Kanal und wie schnell das fließt. Ihr müßt alle aufpassen und nicht zu nahe am Wasser laufen.“, mahnte der Mäuse Vater seine Familie. Vorsichtshalber ging der Mäuse Vater voran um rechtzeitig vor eventuelle Gefahren zu warnen. Das Wasser war wirklich sehr hoch, teilweise lief es schon über den Rand und die Mäuse holten sich nasse Füßchen. „Woher kommt denn das viele Wasser, Papa“ fragte Felix der Nachdenkliche. „Von der Schneeschmelze oben in den Bergen“,antwortete ihm sein Vater. „Was ist Schneeschmelze“, fragte er wieder. „Hilfe bist du blöd“, rief Tom der Freche, „das ist geschmolzener Schnee was sonst“. Die zwei Mäuse Kinder wollten sich gerade weiter streiten, da ermahnte sie die Mäuse Mutter zur Ruhe. „Passt lieber auf den Weg auf als euch zu streiten“, rief sie ganz streng. Die Mäuse liefen weiter der Kanalisation entlang. Viel Müll wurde mit dem Wasser angespült. Eddi Weißnichtwas fand das sehr interessant. Sein Sammelfieber hatte ihn wieder gepackt. Es mußte alles anschnupern was da lag. Plötzlich rief er ganz aufgeregt, „seht mal her was da liegt“, aber keiner reagierte auf sein rufen, weil er ständig alle nervte. Er schnupperte alles an, was vom Wasser angespült wurde. Wieder rief er, aber dieses mal noch lauter, er mußte sich richtig anstrengen und tief Luft holen damit er so laut rufen kann. Er sah aus wie ein aufgeblasener Pfau mit roten Kopf. Wieder keine Reaktion von den anderen Mäusen. Langsam packte ihn die Wut. Er stampfte mit seinen Mäusefüßchen auf den Boden und holte noch mal tief Luft und rief so laut er nur konnte. „Seht mal hier liegt etwas, das bewegt sich“. Jetzt hatten es alle Mäuse gehört und liefen schnell zu Eddi Weißnichtwas. „Da bewegen sich zwei Häufchen Schmutz“, stellte der Mäuse-Schmidt Papa fest. „Und jetzt schlagen sie die Augen auf“, riefen die Mäuse Kinder. Ein sanftes Stöhnen war zu hören. „Liebe Mäuse könnt ihr uns helfen“, sprachen die Häufchen Schmutz. „Wer seit ihr denn, wo kommt ihr her, hat euch das Wasser angespült .....?“. Viele Fragen hatten die Mäuse. „Langsam, langsam, laßt sie in Ruhe erzählen“, sagte der Vater. Die zwei Häufchen begannen ganz langsam zu erzählen. „Wir sind zwei kleine Teddys. Unser zu Hause war eigentlich ein schönes Kinderzimmer von einen kleinen Jungen. Wir hatten ein schönes Körbchen, da saßen wir immer, wenn der Junge nicht mit uns spielte. Aber eines Tages bekam das Kind zum Geburtstag einen schönen großen neuen Teddy mit einer großen roten Schleife. Der Teddy wurde sofort an den Platz gesetzt wo unser Körbchen stand.“ „Was ist denn mit euren Korb passiert“, fragte Eddi Weißnichtwas. „Ja das war der Anfang der Katastrophe. Der kleine Junge warf uns mit samt dem Körbchen in die Mülltonne. Dort lagen wir in den ganzen Schmutz und in der Dunkelheit einige Tage bis ein großes Müllauto kam und die Tonne geleert wurde. Es gab ein lautes Getöse, wir zitterten vor Angst, die Tonne wurde gekippt, der Deckel ging auf und wir flogen nicht in den Bauch des riesigen Autos, sondern daneben und rutschten durch den Gullideckel. Von da an ging es abwärts in die Tiefe Kanalisation und plumps, fielen wir in dieses schmutzige, kalte Wasser und wurden durch die Kanalisation gespült. Es war einfach furchtbar. Das Wasser fließt so schnell hier, wir sind beinahe ertrunken und dann wurden wir in stinkenden Schlamm gespült aus dem wir uns nur mit viel Mühe befreien konnten. Wir sind völlig entkräftet und schleppten uns bis hierher.“ Aus Teddys Augen flossen große, große Kullertränen. Mäuse-Schmidt Mama weinte aus Mitleid auch gleich mit. Mäuse-Schmidt Papa sagte mit freundlicher Stimme zu den beiden kleinen Scmutzhäufchen, „wir nehmen euch jetzt mit zu uns nach Hause, da könnt ihr erstmal baden und eure Kleidung muß glaub ich dringend gewaschen werden. Man konnte ein Lächeln auf den Gesichtern der Teddys erkennen, obwohl das bei den vielen Schmutz nicht so einfach war. „Aber wir haben uns noch gar nicht vorgestellt“, sagte einer von beiden. „ch bin Teddy Krause und mein Freund ist Teddy Schmitt.„Was für ein Zufall“, riefen alle Mäuse gleichzeitig, „wir sind die Familie Mäuse-Schmidt.“Zweimal Schmidt find ich toll“, rief voller Begeisterung Eddi Weißnichtwas. „Jetzt gehen wir aber nach Hause“, mahnte der Mäuse Vater. Die Mäusefamilie und die beiden Teddys gingen noch eine ganze Weile durch die Kanalisation bis sie endlich vor der Mäusewohnung angekommen sind. „Seht mal, neben der Wohnungstür blüht ein Gänseblümchen, wie schön das aussieht“, sagte Felix der Nachdenkliche. „Und die Sonne scheint durch den Gullideckel als wollte sie uns begrüßen“, stellte das kleine Mäusemädchen Anne fest. Es war ein schöner Tag. Selbst tief in der Kanalisation roch die Luft nach Frühling und das kleine Gänseblümchen zeigte voller Stolz seine schöne Blüte, als wollte es von allen bewundert werden. Der Mäuse Vater schloß die Wohnungstür auf und die Wohnung blitzte nur so vor Sauberkeit. „Das waren unsere guten Freunde die Ratten“, sagte die Mutter zu den Teddys. „Sie werden uns bestimmt bald besuchen“. Die Mäuse stellten ihre Taschen ab und sofort begann eine fleißiges Treiben. Jeder hatte etwas zu tun. Die Kinder packten die Taschen aus. Der Mäuse Vater heizte den Ofen an und stellt einen großen Topf mit Wasser darauf. „Wir brauchen viel heißes Wasser für die Teddys zum baden und zum waschen der Kleidung“, sagt er zu seiner Frau. Es dauerte auch nicht lange da kochte der große Topf mit den vielen Wasser schon. Das Wasser spritzte aus dem Deckel auf den Ofen und es zischte ganz laut. Es klang fast so als wollte der Topf sagen „ich bin heiß, ich koche über, nehmt mich vom Feuer“. ![]() Die Mäuse Kinder und der Vater hatten inzwischen Essen gemacht und den Tisch fein gedeckt. Die ganze Mäuse Wohnung duftete nach guten Essen und die kleinen Teddys waren nach den großen Strapazen sehr, sehr hungrig. Nun saßen die Familie und die zwei Kleinen, die jetzt nicht mehr traurig waren, gemeinsam an einem langen Tisch. Große und kleine Schüsseln mit vielen guten Sachen, wie Gemüse, Kartoffeln, Obst standen auf dem Tisch. Eine Platte mit Käse, eine große Platte mit Fleisch wurde noch dazu gestellt, ein Körbchen mit Brot und Brötchen durfte auch nicht fehlen. Es war beinahe wie eine Festtafel. Alle aßen mit viel Genuss, schmeckte ihnen sehr gut. Die Teddys kamen sich vor wie im Schlaraffenland. Nach dem Essen waren alle sehr müde geworden, denn es war doch wieder ein aufregender Tag. Zwei kleine Bettchen wurden noch schnell für die beiden Teddys hergerichtet, dann sind alle schlafen gegangen. Draußen in der großen, großen Stadt war es jetzt auch schon dunkel und die lauten Stadtgeräusche von den vielen Autos, den Straßenbahnen und den vielen Menschen verstummten langsam. Die Sterne funkelten vom Himmel und der Mond strahlte so schön hell. Er hatte die traurige Geschichte von den beiden Teddys auch gehört und wollte ganz besonders schön scheinen, damit man ihn auch da tief unten sieht und es nicht so finster ist. Sein schönes Licht schien durch das Fenster der Mäuse Wohnung. Alle lagen in ihren Betten und träumten, außer die beiden Teddys. Der Tag war für sie so anstrengend gewesen, dass sie gleich ganz, ganz tief und fest schliefen. Sie haben auch ein wenig geschnarcht, aber nur ganz leise. |