Die große Entdeckung

Nach der aufregenden Umzugsfeier kehrte bei den Mäuseschmidts Ruhe ein. Es war jetzt an der Zeit den Babys Namen zu geben. Mäuse-Schmidt Mama und Mäuse-Schmidt Papa haben lange gemeinsam überlegt und entschieden, das die vier Jungen Felix der Nachdenkliche, Paul Traudichwas, Otto der Brummige und Hans Hasenfuß heißen. Für das kleine Mäusemädchen hatten die Mäuseeltern den Namen Anne Eigennutz ausgesucht.

Das Jahr ging nun langsam zu Ende, der Herbstwind fegte über die große Stadt. Die Blätter fielen ganz bunt von den Bäumen, sie tanzten lustig im Wind und zeigten sich zum Abschied in ihren schönsten Farben. Die Blumen waren fast alle verblüht und der Raureif zog sich langsam über die große Stadt
Mäuse-Schmidt Papa mußte feststellen, dass es bald Winter sein wird und die Mäusefamilie sich in der neuen Umgebung überhaupt nicht auskennt. „Wir müssen eine Erkundungstour machen, es ist allerhöchste Zeit, bevor der Schnee kommt.“ „Was ist eine Erkundungstour?“, fragte Eddi Weißnichtwas. „Bist du aber dumm“, sagte Maria die Kluge. „Ich werde es dir erklären. Eine Erkundungstour macht man, um eine unbekannte Gegend kennenzulernen. Ganz einfach.“ „Ach so, aber da gibt es bestimmt auch viel interessantes zu sammeln.“ Sagte Eddi Weißnichtwas ganz aufgeregt. „Du nervst. “, antwortete prompt Maria die Kluge.
Die Familie hatte sich lange beraten, wann denn die beste Zeit für diese Tour ist und es wurde der Entschluß gefaßt, dass es schon am nächsten Tag losgehen soll. Mäuse-Schmidt Mama und die Babys blieben zu Hause, auch Herbert der Träge mußte zu Hause bleiben um die Mama mit den Babys zu beschützen, falls ungebetene Gäste kommen.
Der Rest der Familie zog frühzeitig los.

Es ging die Kanalisation entlang, fast endlos schienen die Gänge und Kanäle. Ein eiskalter Wind fegte durch und die Mäuse spürten das der Winter nicht mehr lange auf sich warten läßt. Plötzlich blieb Brigitte die Dicke stehen. „Merkt ihr denn nicht, dass es hier viel wärmer wird und es nach Essen riecht, das mußt dort drüben aus den kleinen Nebengang kommen.“ „Wir gehen weiter,“, rief mürrisch der Mäuse Vater, „wenn noch Zeit ist können wir auf dem Rückweg nachschauen.“ Die Kinder schwiegen, keiner traute sich etwas zu sagen, denn der Vater war von einer seltsamen Eile erfaßt und keiner wußte wo er eigentlich hin wollte. Die Mäuse wanderten eine ganze, ganze Weile so stumm, da traute sich doch Tom der Freche etwas zu sagen. „Papa ich glaube wir müßten eine andere Richtung einschlagen, der Gang scheint unendlich lang zu sein und etwas interessantes für uns Mäuse gibt es auch nicht. Sonst verlaufen wir uns noch wie die Enten.“ „Du hast recht Sohn, entschuldige meine schlechte Laune, aber ich bin so in Eile wegen der Kälte hier, wir hätten diese Unternehmung früher machen sollen.“ „Papa“, sagte Tom, „vielleicht gehen wir in Richtung Teich mit der schönen Wiese, wie es die Rattenmama beschrieben hat und auf dem Rückweg schauen wir uns den kleinen Nebengang an, wo es nach Essen riecht.“ „Ja das machen wir so mein Sohn“, sagte Mäuse-Schmidt Papa und Tom war ganz stolz auf sich.
Es dauerte auch gar nicht allzulange da war das Ende der Kanalisation schon zu sehen und der Wind pfiff eiskalt.

„Quack, Quack, wo wollt ihr denn bei dieser Kälte noch hin“, rief ganz frech ein großer fetter Frosch.
„Wir unternehmen eine Erkundungstour“, erklärte Mäuse-Schmidt Papa dem Frosch.
„Quack, quack, was unternehmt ihr, eine Erkundungs... was für Zeug.... hab ich noch nie gehört. Ist ja auch egal. Nur, wenn ihr auf die Wiese wollt würde ich euch unbedingt abraten.“ „Wieso“ riefen alle Mäuse auf einmal. „ Quack, quack, ist ganz einfach, die ist total versumpft durch den vielen Regen, ihr würdet stecken bleiben. Wartet damit bis zum Frühling, dann ist es wunderschön auf der Wiese.“ „Vielen Dank für deinen guten Rat Frosch, so werden wir es auch machen, danke nochmals“, rief der Mäuse Papa dem Frosch zu. „Nichts zu danken, also dann bis zum Frühling, da könnt ihr eure Erkundungsdingsda machen. Tschüß quack, quack.“
Kaum war der Frosch davon gehüpft fielen große dicke Schneeflocken vom Himmel und es wurde noch kälter. Die Mäuse liefen eilig wieder zurück in Richtung des Nebenganges wo es nach Essen roch. An den schmalen Gang angekommen duftete es so stark nach Essen, das die Mäuse hungrig wurden. Mäuse-Schmidt Papa und die Kinder suchten nach einem Eingang oder einem Mäuseloch. „Hier ist eine Loch“, rief Karin, „es sieht aus wie ein alter Lüftungsschacht“.

Die Mäuse schlüpften hinein, liefen den Schacht entlang, dann durch noch ein kleineres Loch und ihr werdet staunen, die Mäue standen in einer großen rießengroßen Küche. Viele Köche liefen eilig hin und her mit Töpfen, Schüssel, Pfannen und großen Kochlöffeln. Die Mäuse kamen aus dem Staunen nicht heraus. Es wurde gekocht, gebraten, auf Platten und Tellern angerichtet und dann durch eine große Tür hinausgetragen.
Tom fragte, „Wo tragen die denn das Essen hin?“.
Mäuse-Schmidt Papa erklärte, „das ist eine Gaststättenküche, da werden viele verschiedene Speisen gekocht und die tragen dann die Kellner, so nennt man die Menschen dort in den scharzen Hosen und weißen Hemden, in das Restaurant, wo die Gäste sitzen und die Speisen essen.Anschließend muß alles mit Geld bezahlt werden.“
Eddi meinte, „Da haben wir Mäuse es viel einfacher, wir brauchen kein Geld.“ Der Mäuse Papa mußte seine Kinder nun zur Eile mahnen. „Es ist schon spät, wir müssen jetzt gehen, Mama macht sich sonst Sorgen.“ Genau in diesen Moment lief ein dicker schwitzender Koch mit einen großen Korb voll wunderbar duftenden Rosinenbrötchen vorbei. Plumps! Da viel eins herunter, genau vor die Mäuse und der dicke Koch hat es nicht einmal gemerkt. Die Mäuse waren etwas überrascht, so ein wunderschönes Rosinenbrötchen vor ihren Füßen. Mäuse Papa reagierte gleich. „Los wir nehmen das Brötchen mit in den Schacht, dort können wir es gleich essen, wir haben doch alle großen Hunger.“

Alle Mäuse faßten mit an, aber das Brötchen war zu groß und ging nicht durch das kleine Mäuseloch. „Was machen wir nun“, fragten alle ihren Papa. „Wir müssen es halbieren, dann geht es durch das Loch.“ Es wurde gezogen, gezerrt, geschoben, aber das Rosinenbrötchen wollte einfach nicht durch das Loch gehen. Helga die Hochnässige, „das schaffen wir nie.“ „Klar schaffen wir das“, antwortete Tom Helga, „wir müssen nur genau überlegen wie wir es halbieren. ...Los!.. Papa und ich auf die eine Seite, Eddi und Maria auf die andere Seite und wenn ich sage Los, dann Los. Seit ihr bereit, ...eins...zwei...drei...Los!“ Es wurde mit großer, großer Anstrengung gezogen und gezerrt. Ratsch! Alle Mäuse fielen auf einmal um und es war geschafft. Das Brötchen war in drei Teile zerfallen und paßte nun bequem durch das Mäuseloch. In aller Ruhe konnten nun die Mäuse ihr wunderbar duftendes Rosinenbrötchen in den Schacht verspeisen. Alle sind satt geworden, sogar ein bisschen müde von dem feinen Essen.
„Jetzt müssen wir aber wirklich los“, mahnte noch einmal der Mäusepapa. Nach einer nicht zu langen Wanderung durch die Kanalisation waren sie nun endlich zu Hause angekommen.

Mäuse-Schmidt Mama fragte ganz aufgregt „wo seit ihr bloß so lange gewesen?, ihr müßt ja großen Hunger haben.“ „Nein Mama wir haben schon fein gegessen.“ „Ihr habt schon gegessen wo, was, wieso?
Nun erzählten die Mäuse von der langen Wanderung durch die Kanalisation, vom Frosch, der Kälte, den großen Schneeflocken und der ganz großen Entdeckung die sie gemacht haben. Einer wunderschönen Gaststättenküche, ein Paradies für Mäuse.